Pflegestufen

Die Pflegestufen in Deutschland betreffen immer mehr Menschen. Die Überalterung der Bevölkerung gerät immer mehr ins Rollen, während die medizinische Versorgung sich so weit verbessert hat, dass die Menschen ihr Leben durch Medikamente etc. entscheidend verlängern können. So war es noch vor 50 Jahren nicht möglich, Parkinson durch Medikamente zu verzögern. Auch die Krebstherapie hat sich rasant entwickelt. Früher noch sind viele Menschen an Tumoren oder Metastasen gestorben, ohne dass sich diese überhaupt ihrer Krankheit bewusst waren. Heute wird in aller Regel beim Gang zum Arzt Krebs erkannt- und so weit wie möglich behandelt.

Während noch zur Mitte des letzten Jahrhunderts sich Familienangehörige um die Pflege von alten oder kranken Menschen gekümmert haben, springt inzwischen, wenigstens zur materiellen Unterstützung, die Pflegekasse mit ein. Unterschieden werden in Deutschland deshalb verschiedene Pflegestufen, die den Grad der körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung versuchen einzuteilen. Streng genommen gibt es nicht wie landläufig gemeint, drei Pflegestufen, sondern vier. Es gibt nämlich nicht nur die Pflegestufen 1-3, sondern auch eine Pflegestufe 0, die meist für an Demenz erkrankte Menschen zutrifft. Diese erreichen zwar nicht die erste Pflegestufe, kommen jedoch trotzdem nicht mit dem Alltag zurecht und brauchen Hilfe.

Die Pflegestufen werden in einem sogenannten Pflegegutachten festgestellt, das meist durch Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen erstellt wird. Darin wird dann festgestellt, wie viel Zeit eine ungelernte Kraft bzw. ein Familienangehöriger mit der Pflege des Betroffenen täglich zubringen müsste. Es wird dabei unterschieden zwischen der Grundpflege, die Körperpflege, Mobilität und Ernährung abdeckt, sowie anderen Hilfsleistungen. Davon getrennt wird auch die hauswirtschaftliche Versorgung betrachtet. Die Staffelung der Grundpflege beginnt bei Stufe I mit mind. 45 Minuten, bei Stufe II 120 Minuten und letztendlich auf der höchsten Pflegestufe müssen mindestens 240 Minuten täglich auf die Grundpflege entfallen. Der durchschnittliche Hilfebedarf muss dabei täglich entweder bei mindestens 90, 180 oder 300 Minuten liegen.

Je nach festgestellter Pflegestufe und Betreuungsart (für die Pflege daheim werden andere Zahlungen geleistet als im Altenheim) wird dann das Pflegegeld festgesetzt.

Bei einer Betreuung durch Pflegekräfte, dazu zählen auch Kräfte aus dem Ausland, zahlt die Pflegekasse ebenfalls. Wichtig ist hierbei jedoch, dass man der Pflegekasse einen Nachweis vorlegt und diese die Betreuung eventuell überprüfen können. Eine Pflegekraft z. B. aus Polen ist somit genauso steuerlich absetzbar und anerkannt wie heimische Kräfte.